2026

60 Jahre CAPELLA ACADEMICA WIEN

In diesem Jahr feiert die Capella Academica Wien ihr 60-jähriges Bestehen. Gelegenheit einige der interessantesten Daten seit dem Bestehen der Capella Academica hervorzuheben: 

die Gestaltung des Schütz-Festes 1965 und des Bach-Festes 1966, die zu der Gründung der Capella Academica Wien führte. 

Gespielt wurde anfangs auf den barocken Instrumenten der Fiala-Ahlgrimm Sammlung, die damals von Musikakademie angekauft wurden (daher der Name Capella Academica). 

Palais Liechtenstein

Aufgenommen im Palais Lichtenstein, Wien 1980

Die ersten Mozartopern mit historischen Instrumenten gestaltete Melkus gemeinsam mit Harald Goertz als Dirigenten im historischen Rahmen des Schönbrunner Schloßtheaters: "Die Entführung aus dem Serail" 1966, "Cosi fan  tutte" 1967.

 Dem folgten Opern mit Wolfgang Gabriel: von Gluck „Der betrogene Kadi“, und „Der bekehrte Trunkenbold“, von Cimarosa „Die heimliche Ehe“, ferner von Ferdinand III „Dramma Musicum“ von 1649, das Oratorium „Die Erlösung des menschlichen Geschlechtes“ von Leopold I, von Gluck „Il Parnasso confuso“,  Monteverdis „Incoronazione di Poppea“ mit Sena Jurinac und Haendels „Xerxes“ mit Anton Dermota

 

Die Mitwirkung bei der Einspielung von Cavalieris „Rappresentatione di Anima et di Corpo“ mit einem Staraufgebot der Deutschen Grammophon, die Wiederbelebung der Oper "Psiche" von J.J. Fux 1968 in Bruno, bei den Innsbrucker Festspielen,  und Brühler Schlosskonzerten 1978 und insbesondere die Inszenierung von Haydns „La vera costanza“ 1982 sind einige Meilensteine in der Geschichte der Capella Academica Wien. 

Einige wichtige Tourneen führten nach Frankreich, Deutschland, England, Italien und zum Haydn-Fest nach Washington. 

 

Die regelmäßige Gestaltung der Albertina Konzerte bis zum Jahr 1997 mit großen Solisten und die nachfolgenden Museumkonzerte zeigen die Linie, die Eduard Melkus eingeschlagen hat: eine Verbindung zwischen Musik und der zeitgenössischen Malerei zu suchen, um damit die ästhetische Verbindung zwischen Musik und der bildenden Kunst sowie deren Auswirkungen für die Interpretation zu dokumentieren.

Die Museums-Konzerte

Palais Liechtenstein

 Konzert in der Albertina

Die Geschichte zu den Museums-Konzerten, bei denen Konzerte gemeinsam mit Vorträgen zu ausgewählten Werken der bildenden Kunst angeboten werden, begann mit dem ersten Auftritt von Melkus mit Bachs "Kunst de Fuge" und der Begegnung mit dem Direktor der Albertina, HR Dr. Otto Benesch, vermittelt durch den groß Lehrer und Freund Prof. Josef Mertin.

Mit der Gründung der Capella Academica Wien und dem Eintritt von Melkus in die Organisation der Albertina Konzerte erfolgte deren Ausbau zu einem Abonnement-Zyklus, gemeinsam mit Prof. Mertin und Direktor HR. Dr. Walter Koschatzky.

Einige dieser Konzerte sind in Videoaufnahmen festgehalten worden.

Eine umfangreiche Generalsanierung der Albertina verhinderte ab 1996 weitere Veranstaltungen an diesem Ort, aber eine Einladung des damaligen Generaldirektors Dr. Wilfried Seipel, sowie des damaligen Direktors der Gemäldegalerie, HR Dr. Karl Schütz, ermöglichte es die Idee der Museums-Konzerte im Bassano-Saal des Kunsthistorischen Museums weiterzuführen.

Palais Liechtenstein

 Konzert im Palais Lobkowitz

Ab 2010 gab es eine Wanderschaft zwischen dem Belvedere, dem Wienmuseum u.a. bis der Zyklus im Theatermuseum, im Eroica Saal des Palais Lobkowitz eine neue stabile Heimat fand.

Im Sommer 2025 hat das langjährige Mitglied und neuer Obmann der Capella Academica Wien, Dr. Harald Schlosser die Leitung der "Musik im Musem Konzerte" übernommen.

Dr. Harald Schlosser ist ein typisches österreichisches Phänomen. Er hat eine vielfache Begabung als Musiker, Manager und tatkräftiger Intendant, und ist dem Publikum seit über 30 Jahren als ausgezeichneter Klarinettist bekannt. Als Ministeralrat im Verteidigungsministerium hat er auch dort wesentliche Einrichtungen betreut. Mit seiner Frau, der Flötistin Karin Reda wird er den Konzerten neue Impulse geben und diese auch im Sinne von Eduard Melkus und der Capella Academica Wien leiten.

Für die Vorträge der Bildenden Kunst hat auch Direktor Dr. Karl Schütz weiterhin seine Mitwirkung zugesichert.

Das Ensemble Eduard Melkus

Das Ensemble Melkus besteht seit 1975 als Ergänzung zur Capella Academica.  Durch Anregungen der Archiv Produktion unter Holschneider entstanden mehrere  Plattenaufnahmen  im Zusammenwirken von Streichern der Capella Academica Wien und Bläsern der Wiener Philharmoniker zur Interpretation von Musik des 19. Jh., bei denen Melkus nicht auf die höchste Kultur unserer Philharmonischen Bläser verzichten wollte, und daher vorschlug, eine Mischung der historischen Instrumente im klassischen Stil und der Philharmoniker mit ihren modernen Instrumenten zu versuchen.

 

Da sich diese Mischung sehr bewährte ist sie seither für Musik des 19. Jh. regelmäßig verwendet worden. Die Wiener Bläser haben als einzige die große Gabe beibehalten, trotz der modernen Konstruktion ihrer Instrumente die Zartheit und Delikatesse des Klanges der alten Instrumente beizubehalten. Aufnahmen des Beethoven Septetts, Schubert Oktetts, usw mit Alfred Prinz - Klarinette, Dietmar Zemann - Fagott oder auch Hermann Ebner,  Gabler, Niedermayer – Flöte, Harald Schlosser und dem unvergesslichen Alfred Hertel gehören zu den schönsten Erinnerungen in unseren Aufnahmen. 

Ergänzt wurden diese Aufführungen durch die Inszernierung der Beethoven Oper „Dido“ welche das wache Interesse von Eduard Melkus auch an der dramatischen Kunst bekundet.

Ausschnitt aus dem Festkonzert 2016
anlässlich des 50 jaehrigen Jubileums